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GEMA-Gebühren für USB-Sticks

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Wer im Bereich Musik und Entertainment arbeitet, der weiß, dass für das Vorführen von Musik eventuell Gebühren an die GEMA gezahlt werden müssen. Diese Gebühren sollen den Autor urheberrechtlich geschützter Musik davor bewahren, dass seine Stücke unentgeltlich aufgeführt werden. Schließlich hat der Autor oder Komponist dafür gearbeitet und soll auch weiterhin Geld für seine Arbeit erhalten. Vielen ist dabei gar nicht bekannt, dass auch, wenn man einen USB-Stick kauft, GEMA-Gebühren entrichtet werden. Dieser Artikel erklärt, warum das so ist und auf was man zu achten hat.

USB-Stick RS467 USB-Stick RS468

Die GEMA-Gebühren im Überblick

Der Begriff „GEMA-Gebühren“ sagt in Deutschland eigentlich jedem etwas. Dass man aber auch beim Kauf von USB-Sticks diese Abgaben zahlen muss, wissen dagegen nur wenige. Spätestens wenn man auf der Suche nach einem geeigneten Werbeartikel bei dem Stick angelangt ist, wird man aber mit genau dieser Situation konfrontiert. Die GEMA-Gebühr ist eine Pauschalabgabe für urheberrechtlich geschützte Musikstücke.

Diese Gebühr fällt allerdings ebenfalls bei allen technischen Geräten an, die für eine Vervielfältigung der urheberrechtlich geschützten Waren verwendet werden können.

Dies sind alle digitalen Speichermedien wie Speichersticks, Festplatten oder auch CD-Rohlinge. Die Abgabe ist als Ersatz für eine Bezahlung jedes einzelnen Kopiervorgangs gedacht. Sie legalisiert jedoch nicht den Gebrauch der Kopie und ist somit eigentlich ein Widerspruch in sich.

Speichermedien
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Die Abgabe wird von der ZPÜ, also der Zentralstelle für private Überspielungsrechte erhoben und an verschiedene Unterorganisationen wie die GEMA verteilt. Von dort aus wird ein Teil der Gelder an die Mitglieder verteilt, die als Urheber der kopierten Waren in Frage kommen könnten. Auch hochwertige Give Aways wie Speichersticks sind in der Lage, urheberrechtlich geschützte Werke zu kopieren. Auch wenn diese Werbeartikel nur Kataloge oder Software des eigenen Unternehmens enthalten, können sie von Kunden auch zum Zwecke der Vervielfältigung genutzt werden.

USB-Stick RS397 USB-Stick RS398

Gebühren für USB-Sticks – wer muss zahlen?

Die Urheberrechtsabgabe hat immer das Unternehmen zu zahlen, das den USB-Stick als erstes in Verkehr bringt. Der sogenannte „Erstinverkehrbringer“ ist entweder ein in Deutschland ansässiger Hersteller des Speichermediums oder der Importeur der Speichersticks. Als deutscher Hersteller ist damit die Sache ziemlich klar. Der Stick wird hergestellt, verkauft und die Abgaben entrichtet. Als Importeur gestaltet sich das Regelwerk für diese Abgabe allerdings etwas komplizierter. Wer die Speichermedien importiert, hat neben den GEMA-Gebühren für die USB-Sticks auch noch weitere Abgaben zu entrichten. So fallen beispielsweise weitere Kosten für die Verpackungsverordnung und Elektrogeräte-Abfallverordnung an.

Gebuehren fuer USB-Sticks
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Es empfiehlt sich daher, den Import einer spezialisierten Firma zu überlassen und die Give Aways bei einem Generalimporteur für diese Speichermedien zu kaufen. Als Käufer bei einem spezialisierten Importeur hat man dann mit den Abgaben direkt nichts mehr zu tun. Allerdings schlagen die Importeure natürlich die dadurch entstehenden Mehrkosten auf den Preis des Speichersticks mit auf.

USB-Stick RS409 USB-Stick RS410

Seit dem 01. Juli 2012 sind diese Gebühren stark angestiegen. Vor dem 01. Juli 2012 betrug die Abgabe für jeden beliebigen USB-Stick egal welcher Größe nur 10 Eurocent. Seit den 01. Juli 2012 liegen die Abgaben für einen Speicherstick bis 4 Gigabyte bei 91 Eurocent, für einen Stick ab 8 Gigabyte müssen seit dem satte 1,56 Euro entrichtet werden. Die Abgaben sind dazu auch noch mehrwertsteuerpflichtig.

Kann man die Abgaben an die GEMA umgehen?

Allgemein kann man diese Abgabe nicht umgehen. Alle digitalen Speichermedien sind grundsätzlich in der Lage, urheberrechtlich geschütztes Material zu vervielfältigen. Also fällt für jeden Speicherstick eine Urheberrechtsabgabe an. Es gibt allerdings die Möglichkeit, einen Antrag bei der ZPÜ zur Befreiung der GEMA-Gebühren für USB-Sticks zu stellen. Gerade kleinere Unternehmen machen von dieser Ausnahme gerne Gebrauch, da besonders bei größeren Mengen an Speichermedien die Abgaben schnell ins Geld gehen können.

Urheberrecht
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Einige Anbieter von Speichersticks ermöglichen es, beim Bespielen des Datensticks die Speichergröße zu partitionieren. Damit erhält man die Möglichkeit, Speicher mit 8 oder mehr Gigabyte in kleinere Partitionen aufzuteilen. Bei dieser Partitionierung wird der Speicher in verschieden große Bereiche aufgeteilt, die teilweise beschreibbar und nicht beschreibbar sind. Ist der beschreibbare Bereich des Speichersticks dann nicht größer als 4 Gigabyte, so fallen für diesen USB-Stick auch nur GEMA-Gebühren in Höhe von 91 Eurocent an. Damit ist es möglich, die Kosten für die Abgaben fast zu halbieren.

USB-Stick RS367 USB-Stick RS417

Der Bereich, der vom Kunden nicht beschrieben werden kann, ist allerdings lesbar. So können beim Bespielen des Datensticks bereits Kataloge oder eine Demosoftware des Unternehmens abgelegt werden. Der Kunde erhält somit einen Speicherstick mit Infos zum Unternehmen, die nicht gelöscht werden können und der einen Bereich hat, den er für seine eigenen Daten nutzen kann.

Der Webkey – die Ausnahme von der Regel

Gerade bei größeren Mengen an Give Aways, wie sie beispielsweise bei Streuartikeln auf Messen und Events anfallen, können diese Abgaben die Kosten deutlich in die Höhe treiben. Hier ist abzuwägen, ob den potentiellen Kunden und interessierten Besuchern wirklich ein vollständiger Speicherstick übergeben werden soll. Soll der Kunde lediglich Informationen zu dem Unternehmen erhalten, bieten sich auch Webkeys als eine günstigere Alternative an.

Webkey USB-Stick RS813 Webkey USB-Stick RS814

Webkeys enthalten keinen beschreibbaren Speicher. Sie enthalten lediglich ein selbststartendes Programm, das auf dem Computer des Kunden den Webbrowser startet und die Unternehmenswebseite aufruft. Der Kunde erhält hierdurch gezielte Informationen zu dem Unternehmen. Da diese Art Medien keinen beschreibbaren Speicher haben, müssen auch keine GEMA-Gebühren für die USB-Sticks bezahlt werden. Nachteil des Webkeys ist, dass er vom Kunden nicht für andere Zwecke genutzt werden kann.

Webkey USB-Stick RS801 Webkey USB-Stick RS802

Daher sollte vor Beschaffung dieser Art Werbeartikel überlegt werden, ob die Erwartungshaltung potentieller Kunden diesen Give Aways entspricht. Es wäre eher kontraproduktiv, wenn Kunden auf Grund anderer Erwartungen das Unternehmen aus der Liste möglicher Lieferanten streichen.

Unterm Strich: Trotz Gebühren lohnenswert

Um die Urheberrechtsabgabe kommt man beim Kauf von Speichersticks als Werbeartikel kaum herum. Einsparungen sind durch einige Tricks zwar möglich, es bleibt aber die Frage, ob die Einschränkungen gerade bei dieser Art individuellen und hochwertigen Give Aways sinnvoll sind.

Webkey USB-Stick RS352 Webkey USB-Stick RS470

Gerade USB Sticks sind bei Kunden gern genommene Werbeartikel und nicht vergleichbar mit Kugelschreibern oder Notizblöcken. Sie werden von den Kunden sowohl privat als auch beruflich gerne weiter genutzt und bilden durch diese Art der täglichen Verwendung eine ideale Marketingstrategie.

Auch wenn die GEMA-Gebühren für USB-Sticks sehr hoch sind, sollte man gut überlegen, ob nicht die Mehrkosten eher zu verschmerzen sind, als ein nicht-gewonnener Kunde.