Startseite | USB-Sticks | USB-Stick bootfähig machen
© adiruch na chiangmai / Fotolia.com

USB-Stick bootfähig machen

Viren, Trojaner, Fehler im Betriebssystem – schnell kann es nötig werden, zur Rettung von Daten das ursprüngliche Betriebssystem zu umgehen. Mit einem bootfähigen mobilen Datenträger haben Sie unkompliziert ein Rettungssystem zur Hand. Auf dieses greift Ihr Computer bei einer entsprechenden BIOS-Einstellung zuerst zu, bevor er das defekte Betriebssystem des festen Laufwerks startet. Vor allem Rettungs-Linuxsysteme sind im Netz kostenfrei erhältlich und können mit der passenden Freeware leicht auf Speichersticks aufgespielt werden.

Die Vorteile eines bootfähigen Sticks

Einen nicht als Speichermedium benötigten Datenträger als Bootmedium zu präparieren kann die Sicherheit Ihrer Firmenrechner erhöhen. Besonders Windows-PCs machen gelegentlich Probleme, die sich nicht im laufenden System beheben lassen. Den bootfähigen Speicherstick verwenden Sie dann etwa, um Daten zu sichern oder einen Virenscanner zu starten. Vom USB-Stick aus können oftmals hartnäckige Dateien doch noch gelöscht oder erpresserische Trojaner beseitigt werden. Der Bootstick kommt oft, aber nicht nur, zum Einsatz, wenn sich der PC nicht mehr richtig booten lässt. Dies kann, neben Systemfehlern und Malware auch dann der Fall sein, wenn ein Mitarbeiter sein Passwort vergessen hat und das Operating System kein zusätzliches Adminkonto kennt.

Notebook Trojaner
© fotomek / Fotolia.com

Früher waren CDs und DVDs die bevorzugten Bootmedien. Handliche Speichersticks haben diese zumeist ersetzt, da sie einfach am Schlüsselbund befestigt werden können und schnell zur Hand sind. Darüber hinaus ist die nötige, heruntergeladene ISO-Datei schnell aufgespielt und die Installation schnell durchgeführt.

Einen USB-Stick bootfähig machen

Es gibt eine Vielzahl von möglichen Vorgehensweisen, um aus einem einfachen Datenstick ein Bootlaufwerk zu machen. Entscheidend ist, welches Betriebssystem Sie verwenden und welches vom Datenträger booten soll. Sowohl für Windows als auch für Linux gibt es diverse Freewaretools, die dabei helfen, einen bootfähigen USB-Stick zu erstellen.

USB-Stick RS403 USB-Stick RS540

Mit Windows-Eingabeaufforderung ein Betriebssystem auf den Stick spielen

Unter Windows Vista, Windows 7 und Windows 8 lassen sich Datensticks per Shell bootfähig machen, sodass dorthin die Installationsdateien für das gewünschte Betriebssystem kopiert werden können. Dazu führen Sie cmd.exe aus und geben den Befehl „diskpart“ für das Dienstprogramm „Datenträgerverwaltung“ ein. Mit dem dortigen Befehl „list disk“ erfahren Sie, welche Zahl unter den angeschlossenen Laufwerken dem betreffenden Datenstick zugeordnet ist. Die Zahl fügen Sie nun hinter „select disk“ ein. Den nun ausgewählten Datenträger lassen Sie mit „clean“ verifizieren, wobei alle Daten gelöscht werden.

CMD
© profit_image / Fotolia.com

Um nun den USB-Stick bootfähig zu machen, erstellen Sie mit „create partition primary“ eine bootfähige Partition. Anschließend muss „select partition 1“ und dann „active“ eingegeben werden, um die ausgewählte Partition zu aktivieren. Danach muss der Datenträger noch mit „format fs=fat32“ formatiert werden. Dies kann, je nach Speicherkapazität einige Minuten bis Stunden dauern. Abschließend weisen Sie dem Medium mit „assign“ einen Laufwerksbuchstaben zu und verlassen die Datenträgerverwaltung mit „exit“. Die Installationsdateien für das gewünschte Betriebssystem können über Drag-and-Drop auf den Bootstick kopiert werden. Oft reicht es jedoch nicht, einen bootfähigen USB-Stick zu erstellen. Wichtige Treiber sollten zur Sicherheit mit auf das Laufwerk kopiert werden.

Bootfähig für Windows 7 oder Windows Vista machen

Hierfür benötigen Sie eine ISO-Datei, die Sie entweder zum Herunterladen von Microsoft erhalten haben oder in einem Brennprogramm erstellen können. Zudem muss das „Windows 7 USB/DVD Download Tool“ kostenlos von der Microsoft-Website heruntergeladen werden. In diesem Programm werden die ISO-Datei als Quelldatei und der Speicherstick als Ziel ausgewählt. Auf letzterem müssen mindestens 4 GB freier Speicherplatz vorhanden sein. Nach Drücken des entsprechenden Buttons kopiert das Programm die ISO-Datei auf das mobile Laufwerk. Zuvor formatiert und partitioniert es das künftige Installationsmedium.

Klassischer USB-Stick aus Kunststoff und Metall RS385 USB-Stick aus Kunststoff und Metall RS409

Speicherstick für die Installation von Mac OS

Um ein Laufwerk für Mac OS X 10.7 und 10.8 bootfähig zu machen, braucht es mindestens 8 GB freien Speicher. Außerdem wird die OS X Installer-App aus dem Mac App Store benötigt. Im Ordner „Systemprogramme“ öffnen Sie das Festplatten-Dienstprogramm. Dort partitionieren Sie den Stick. Beim Partitionsformat ist die Option „Mac OS Extented (Journaled)“ zu wählen, damit der USB-Stick von jedem Rechner mit Mac OS gelesen werden kann. Unter „Optionen“ ist nun „GUID-Partitionstabelle“ auszuwählen.

Anschließend wird die heruntergeladene Installer .app-Datei gebraucht. Bei dieser lassen Sie sich mit einem Rechtsklick den Paketinhalt anzeigen.

Im Ordner „Contents“ findet sich der Unterordner „Shared Support“, aus dem die Datei „InstallESD.dmg“ auf den Desktop zu ziehen ist. Im Festplatten-Dienstprogramm kann nun zum mobilen Laufwerk die Registerkarte „Wiederherstellen“ geöffnet werden. Als „Quelle“ geben Sie bei der Schaltfläche „Image…“ die Datei „InstallESD.dmg“ an. Das Zielmedium ist die neu erstellte Partition. Vor dem Beginnen des Kopiervorgangs müssen Sie kurz bestätigen, dass Sie mit dem Löschen der bisherigen Daten des Speichersticks einverstanden sind.

Klassischer Mini USB-Stick RS769 Mini USB-Stick RS801

Das Programm Universal USB Installer nutzen

Diese Software ist ein beliebtes Tool, das ab Win XP funktioniert sowie mithilfe der Wine-Laufzeitumgebung auch unter Linux läuft. Das Programm bietet eine Liste möglicher zu installierender Betriebssysteme. Ist die dafür nötige ISO-Datei noch nicht auf dem Rechner, wird ein passender Download-Link angezeigt. Nach dem Herunterladen muss dann der Speicherpfad angegeben werden. Das zu beschreibende Speichermedium muss bereits mit den Dateisystemen FAT16, FAT32 oder NTFS formatiert sein.

Da das Programm die GUID-Partitionstabelle nicht unterstützt, ist eine vorherige Partitionierung des Sticks nötig.

Um das Kopieren zu starten, klickt man auf „Create“ und lässt das Programm einen bootfähigen USB-Stick erstellen. Neben dieser Software ist das Multiboot-Tool YUMI für Live-Linux-Systeme zu empfehlen. Weitere Alternativen sind unter anderem Rufus, WinSetupFromUSB und UNetbootin.

Toolkit für die PC-Reparatur erstellen

Falls Sie kein weiteres Betriebssystem starten möchten, macht es Sinn, stattdessen eine Kollektion von Diagnosewerkzeugen auf den bootfähigen Speicherstick zu bringen. So kann man sich zum Beispiel „Ultimate Boot CD“ (UBCD) herunterladen und in dem gleichen Ordner wie das Installationsprogramm abspeichern. In dem Kopierprogramm wählen Sie dann UBCD als Quelldatei aus.

USB-Stick RS346 USB-Stick RS410

Das Ziel ist wiederum das mobile Laufwerk. Von diesem aus können nach Abschluss des Kopiervorgangs die Reparaturwerkzeuge genutzt werden, um das ursprüngliche Betriebssystem wieder einwandfrei lauffähig zu machen.